kreise

Medium : digitale Fotografie / Smartphonefotografie

Status: laufend

Kontext: 

' Zu laut, zu viel, zu gleich, zu langweilig, zu fremd, zu leer, zu nah, zu hoch, zu zerdacht, zu simpel, zu bitte sei ein wenig leiser, bitte redet doch nicht alle auf einmal! Wie oft denn noch? Wieso denn überhaupt? Wie stehen die Dinge in Relation zueinander und wie zu mir? Eins noch, da noch eins, das erwisch ich noch, schon wieder eins. Ruhe bewahren, Fokus nicht verlieren - bleiben Sie dran Frau Fröhlich.'

 

Eine Arbeit über das Sammeln, über obsessive Gedanken, Stillstand und Chaos und vielleicht auch über das sich unrund fühlen.


Warum der Kreis als Form? Weil er geschlossen ist, sich fast unbemerkt drehen kann, wie ein Kreisel, ohne Ende und ohne Anfang, er ein Symbol des Ungewissen ist, der Orientierungslosigkeit, aber auch des Ganzen. Weil er Auge ist, der Blick, der mich beobachtet, der mich ansieht, mit mir in Kontakt tritt. Der Kreis ist Summe und System, ist Zyklus und Zeit, Bewegung und Rotation, ist Urform, ist Resultat langer Reibung, ist unser aller Zuhause.

Prozess:

Fotografiert werden runde Objekte in meiner Wohnung, meinem Garten und bei Spaziergängen.
Dem einzelnen Objekt liegt keine tiefere Bedeutung zugrunde, mir geht es um die Wirkungskraft der Masse, die Wiederholung und ein Gefühl der Ermüdung.
Ziel ist es nach Lust und Impuls fotografische Sammelstücke zusammenzutragen und damit meiner Sinnlichkeit eine visuelle Ebene und meinem Blick eine konkrete Form zu geben. Die Bilder entstehen spontan, zwanglos und unregelmäßig. Die Fotos folgen einer restriktiven und klaren Formsprache - der Kreis ist auf jedem Bild gleich groß, das Format des Fotos immer quadratisch. Um Einfachheit und Intuition ganz bewusst (und auch in der technischen Herangehensweise) mehr Raum zu geben, werden die Fotos mit einem iPhone (6Plus) geschossen und nicht bearbeitet. Größe und Anschnitt werden jedoch angepasst. 

Als Produktionsrahmen der Serie war ursprünglich die Dauer der Ausgangssperre in Wien angedacht (16.3.2020-1.5.2020).  Da ich das Sammeln aber darüber hinaus fortgesetzt habe, ist das Ende aus heutiger Sicht noch offen. Denkbar wären für mich eine Anzahl an Bildern oder ein neuer Zeitrahmen. Am stimmigsten scheint es mir jedoch das Sammeln dann zu beenden, wenn mir die Sammlung vollständig erscheint oder die Kreise aus meiner gespitzten Wahrnehmung wieder verschwinden. 


Präsentation:

Für die digitale Präsentation habe ich mich für eine Webgallerie entschieden, die laufend erweitert wird. Die Fotos sind chronologisch nach Erstellungsdatum sortiert. Im analogen Raum kann ich mir die Fotos als Einzelbilder, gereiht wie eine Timeline, an der Wand vorstellen.